Es gibt Länder, die besucht man einmal und dann nie wieder.

Man nimmt schöne Erinnerungen mit nach Hause, zeigt Freunden ein paar Fotos und plant irgendwann das nächste Reiseziel.

Und dann gibt es Länder, die einen einfach nicht mehr loslassen.

Bei mir ist Uganda eines davon.

Ich wollte Uganda ursprünglich für mich selbst entdecken. Immer wieder hatte ich Geschichten über das Land gehört – von Reisenden, von Menschen, die dorthin ausgewandert waren, und natürlich von der beeindruckenden Tierwelt und den Nationalparks.

Irgendwann wollte ich mir selbst ein Bild machen.

Mein Plan war allerdings größer als nur Uganda. Ich wollte Ostafrika bereisen – beginnend in Uganda, weiter über Kenia und Tansania bis nach Sambia und vielleicht sogar noch weiter.

Wie so oft im Leben kam alles anders.

Paul in Uganda am Lake Victoria

Heute, einige Jahre später, merke ich, dass mich Uganda noch immer begleitet. Nicht, weil ich dort alles gesehen hätte – sondern gerade weil so vieles offen geblieben ist und der Freundschaften die ich dort geknüpft habe.

Ich habe noch lange nicht alles gesehen, und genau deshalb zieht es mich wieder dorthin zurück.

Eigentlich hatte ich ganz andere Pläne

 

Schon meine Abreise von Curaçao verlief anders als erwartet. Ich hatte mein Haus aufgegeben, meine Sachen reduziert und mich auf eine längere Reise vorbereitet. Am Tag meines Abflugs musste ich noch einmal in die Stadt fahren – und plötzlich bekam mein Auto technische Probleme, obwohl es vorher immer zuverlässig gewesen war.

Aus einer kurzen Fahrt wurde eine lange Verzögerung und plötzlich wurde die Zeit knapp. Zurück zu Hause wartete noch das letzte Packen auf mich. Mein Koffer war zu schwer und ich musste kurzfristig umpacken. Am Ende hatte ich zwar weniger Gepäck, aber auch etwas Wichtiges vergessen:

Mein Handtuch.

Natürlich bemerkte ich das erst nach meiner Ankunft in Uganda.

Meine ersten Tage verbrachte ich zunächst in meiner Unterkunft und versuchte, mich neu zu orientieren. Sehr schnell merkte ich, dass einige meiner Vorstellungen nicht ganz zur Realität passten.

Die Idee mit einem Camper, die vorher so spannend geklungen hatte, verlor plötzlich ihren Reiz.

Nicht, weil Uganda kein faszinierendes Land wäre – ganz im Gegenteil. Aber ich stellte mir die praktische Seite anders vor. Einfach irgendwo anhalten und übernachten fühlte sich für mich nicht so selbstverständlich an wie in anderen Ländern.

Wenn ich ohnehin auf sichere Stellplätze oder Unterkünfte angewiesen wäre, stellte sich die Frage: Warum nicht direkt in einer Unterkunft übernachten?

Ein airbnb am Ufer des Viktoria See

Uganda bot viele einfache und bezahlbare Möglichkeiten, und dadurch konnte ich für vergleichbares Geld deutlich komfortabler reisen.

Also änderte ich meinen Plan.

Ich entschied mich, zunächst flexibler zu bleiben und mir ein Auto zu suchen.

Eigentlich wollte ich eines mieten.

Doch obwohl ich mehrere Vermieter kontaktierte, bekam ich keine Antworten.

Auch das war wieder so ein Moment, in dem die Realität meinen ursprünglichen Plan veränderte.

Also machte ich etwas, was ich vorher nicht geplant hatte:

Ich kaufte ein Auto.

Und plötzlich hatte ich genau das, was ich ursprünglich gesucht hatte:

Freiheit.

Ich war unabhängig und konnte selbst entscheiden, wohin meine Reise gehen sollte.

Damals wusste ich noch nicht, dass genau diese Entscheidung die Grundlage für viele der wichtigsten Begegnungen meiner Uganda-Zeit werden würde.

Paul unterwegs in den weiten Ugandas

Ein Ort, der eigentlich nur ein Zwischenstopp sein sollte

Nach dem Autokauf hatte ich endlich die Freiheit, Uganda auf eigene Faust zu erkunden. Meine ursprünglichen Pläne hatten sich zwar verändert, aber genau das gab mir die Möglichkeit, spontaner zu reisen und das Land nach und nach kennenzulernen.

Über Google Maps schaute ich, welche Regionen interessant sein könnten und gleichzeitig nicht zu weit von meinem Airbnb in Jinja entfernt lagen. Dabei fiel mir Mount Elgon auf – ein Gebiet, von dem ich vorher zwar gehört hatte, das aber eigentlich nicht auf meinem ursprünglichen Plan stand.

Sipi Falls sagte mir gar nichts, aber es klang interessant und es lag nur etwa drei Stunden entfernt. Ich dachte mir: Wenn es mir dort nicht gefällt, kann ich jederzeit wieder zurück nach Jinja fahren.

Aussichtpunkt für Sonnenuntergänge in Sipi

Schon die Fahrt dorthin machte einen ersten Eindruck auf mich. Der eigentliche Anstieg vom Tal hinauf in die Berge dauerte nur wenige Minuten, aber während dieser kurzen Strecke veränderte sich die Landschaft spürbar. Die Vegetation, das Klima und die gesamte Atmosphäre wirkten plötzlich anders. Es war nur ein kleiner Abschnitt der Reise, aber ich merkte sofort, dass diese Region etwas Besonderes hatte.

Als ich in Sipi ankam, war ich beeindruckt von der Umgebung. Die Landschaft rund um den Mount Elgon hatte eine ganz eigene Atmosphäre. Ich kann mich noch heute daran erinnern, wie wir zum Weg liefen, der zu den Wasserfällen führte. Plötzlich kam eine Wolke aus dem Tal herauf, stieg die Schlucht hinauf und hüllte innerhalb kurzer Zeit alles in Nebel ein.

Es war ein Moment, den ich vorher so noch nie erlebt hatte.

Natürlich kennt man Wolken und Nebel. Man erlebt es vielleicht im Flugzeug, wenn eine Maschine durch die Wolkendecke fliegt. Aber hier stand ich einfach auf einem Weg in den Bergen und sah zu, wie eine ganze Landschaft innerhalb weniger Augenblicke verschwand und wieder neu entstand.

Ich war einfach nur fasziniert.

Aufsteigende wolken kurz bevor sie alles einhüllten

Während meines ersten Aufenthalts blieb ich einige Tage in Sipi. Ich machte die Tour zu den Wasserfällen, nahm an einer Coffee Tour teil und fotografierte die Umgebung. Die Zeit verging schnell und nach einigen Tagen fuhr ich zurück nach Jinja.

Eigentlich war Sipi damit nur ein schöner Zwischenstopp gewesen.

Ich ahnte damals noch nicht, welche Bedeutung dieser Ort später für meine Reise bekommen würde.

Sipi Falls bei Nacht

Als aus einem Ort Begegnungen wurden

Nach einigen Tagen in Sipi machte ich mich wieder auf den Rückweg nach Jinja. Eigentlich hatte ich genau das erreicht, was ich mir vorgenommen hatte: Ich hatte eine beeindruckende Region kennengelernt, die Wasserfälle besucht, an einer Coffee Tour teilgenommen und unzählige Fotos mit nach Hause gebracht.

Für mich war Sipi zunächst einfach ein besonderer Ort gewesen. Einer von vielen, die ich auf meiner Reise noch entdecken wollte.

Zurück in meinem Airbnb sichtete ich die Bilder und veröffentlichte einige davon auf Instagram. Ich dachte mir nichts Besonderes dabei. Es waren einfach Erinnerungen an einen Ort, der mich beeindruckt hatte.

Sipi Falls Wanderung zum Wasserfall

Einige Tage später erhielt ich eine Nachricht von Sam, einem Tourguide aus Sipi, den ich bis dahin noch nicht kannte. Er war über Instagram auf meine Fotos aufmerksam geworden und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, noch einmal nach Sipi zu kommen.

Seine Idee war einfach: Er wollte mich persönlich kennenlernen. Gleichzeitig glaubte er, dass ich der Lodge, wo er arbeitet, mit neuen Fotos, beim Marketing und vielleicht auch mit einer neuen Webseite helfen könnte. Die bestehende Webseite war in keinem guten Zustand, und schon in unseren ersten Gesprächen kam das Thema eines kompletten Neuanfangs auf.

Sipi auf Mount Elgon

Da ich während meiner Reise ohnehin online an meinen eigenen Projekten arbeitete und noch keinen festen Plan für die nächsten Wochen hatte, sagte ich zu.

Wenige Tage später fuhr ich ein zweites Mal nach Sipi.

Dort lernte ich Sam persönlich kennen und führte gemeinsam mit ihm und dem Leiter der Lodge ein ausführliches Gespräch. Schnell wurde klar, dass wir ähnliche Vorstellungen davon hatten, wie man Gästen ein gutes Erlebnis bietet und wie wichtig ein professioneller Außenauftritt sein kann.

Wir einigten uns darauf, dass ich die Lodge auf freiwilliger Basis unterstützen würde. Ich half bei Fotos, Marketing und später auch bei der Webseite. Im Gegenzug stellte mir die Lodge Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung.

Damals ging ich davon aus, dass daraus ein kleines Projekt für einige Wochen werden würde.

Ich konnte nicht ahnen, dass diese Entscheidung meine gesamte Uganda-Reise verändern würde.

Sam in Sipi Falls

Aus ein paar Wochen wurde viel mehr

Ich ging damals davon aus, dass ich einige Wochen in Sipi verbringen würde und nach Abschluss des Projekts weiterziehen würde, um mir Schritt für Schritt den Rest Ugandas anzuschauen.

Doch dann kam alles mal wieder anders.

Aus einem kleinen Projekt wurden immer neue Aufgaben. Aus flüchtigen Begegnungen wurden Freundschaften. Meine Weiterreise verschob ich immer wieder – zunächst um ein paar Tage, dann um Wochen. Ohne es wirklich zu merken, war Sipi längst mehr geworden als nur eine Station auf meiner Reise.

So arbeiten Digitale Nomaden unterwegs in Uganda

Die meiste Zeit verbrachte ich mit Sam. Er war mein Ansprechpartner für alles, was die Lodge und die Region betraf. Gemeinsam besuchten wir die verschiedenen Aktivitäten rund um Sipi und machten neue Fotos von der Lodge, den Zimmern, dem Restaurant, den Wasserfällen in der Umgebung und der beeindruckenden Landschaft. Überall gab es etwas zu entdecken, und jeden Tag entstand neues Material für die Webseite.

Währenddessen arbeitete ich weiterhin auch an meinen eigenen Online-Projekten. Dadurch konnte ich meine Zeit flexibel einteilen und die Arbeit für die Lodge mit meinen eigenen Projekten verbinden. Für mich war das nichts Besonderes – ich hatte mich schon vorher daran gewöhnt, ortsunabhängig zu arbeiten. Dass mir genau diese Freiheit später so viele Türen öffnen würde, konnte ich damals allerdings noch nicht ahnen.

Spending time in Sipi Falls volunteering

Mit jedem Tag lernte ich Sam besser kennen. Aus einer Zusammenarbeit entwickelte sich langsam eine Freundschaft. Wir verbrachten viel Zeit miteinander, sprachen über Tourismus, über Uganda, über unsere unterschiedlichen Kulturen und darüber, wie wichtig Qualität und ehrlicher Service für Gäste sind. Ich begleitete ihn öfter bei seinen Aktivitäten mit seinen Gästen. Schnell wurde mir klar, dass wir in vielen Dingen ähnlich dachten.

Eigentlich wollte ich nach Abschluss des Projekts weiterreisen. Doch mittlerweile hatte in Uganda die Nebensaison begonnen. Eine Safari ist auch dann möglich, allerdings erschwert das hohe Gras in vielen Nationalparks die Tierbeobachtung erheblich. Deshalb entschied ich mich, meine Rundreise noch etwas zu verschieben.

Rückblickend war genau diese Entscheidung einer der wichtigsten Gründe dafür, dass ich Sipi und die Menschen dort so intensiv kennenlernen durfte.

Ohne es bewusst zu planen, war aus einer Reise langsam ein Lebensabschnitt geworden.

Sam mit seinen Gästen beim Abseilen

Uganda hat mich verändert

Als ich nach Uganda reiste, wollte ich vor allem ein neues Land entdecken. Ich wollte Nationalparks besuchen, Tiere beobachten und verschiedene Regionen kennenlernen. Dass diese Reise am Ende vor allem mich selbst verändern würde, hätte ich damals nicht erwartet.

Mit der Zeit begann ich, Uganda immer weniger als Tourist und immer mehr durch den Alltag der Menschen kennenzulernen. Es waren oft die kleinen Dinge, die mir zeigten, wie unterschiedlich das Leben sein kann.

Höhle hinter den Sipi Falls bei Sonnenuntergang

Während meiner Zeit in Sipi wurde unsere Arbeit immer wieder durch Stromausfälle unterbrochen. Für vieles reichte zwar der Akku meines Laptops, doch gerade für die Bildbearbeitung war ich auf eine stabile Stromversorgung angewiesen. Und genau die gab es nicht immer.

Anfangs empfand ich das als störend. Ich war es gewohnt, dass Strom einfach da ist. Doch in Ostuganda gehörten Stromausfälle zum Alltag. Man konnte seine Arbeit planen – ob man sie tatsächlich erledigen konnte, entschied manchmal etwas völlig anderes.

Rückblickend waren genau diese ungeplanten Pausen oft die wertvollsten Momente. Statt vor dem Bildschirm zu sitzen, saßen wir zusammen, tranken Kaffee, erzählten Geschichten und tauschten Erfahrungen aus. Ich lernte Uganda nicht aus einem Reiseführer kennen, sondern durch die Menschen, mit denen ich jeden Tag zusammen war.

Auch das Klima überraschte mich immer wieder. Viele verbinden Afrika automatisch mit großer Hitze. Ich selbst hatte ähnliche Vorstellungen. Doch Sipi liegt auf rund 1.800 Metern Höhe am Mount Elgon. Sobald die Sonne unterging, wurde es erstaunlich kühl. Nach vielen Jahren in der Karibik fühlten sich selbst Temperaturen unter 25 Grad für mich kalt an. Pullover und Jacke wurden schnell zu meiner Standardkleidung am Abend.

Kaffee aufbrühen in den Bergen Ugandas

Wieder einmal merkte ich, wie viele Vorstellungen ich von Afrika gehabt hatte – und wie oft mich die Realität überraschte.

Am meisten geprägt haben mich jedoch die Menschen.

Ich begegnete Menschen, die mit deutlich weniger Besitz lebten, als wir es in Europa gewohnt sind. Trotzdem erlebte ich eine Herzlichkeit und Dankbarkeit, die mich tief beeindruckte. Für viele war nichts selbstverständlich. Ein gemeinsames Essen, ein Glas Wasser oder einfach Zeit miteinander hatten einen Wert, den ich in dieser Form nur selten erlebt hatte.

Mir wurde bewusst, wie viel Glück wir oft haben, ohne es wahrzunehmen. Niemand sucht sich aus, in welchem Land er geboren wird, welche Möglichkeiten ihm offenstehen oder welchen Pass er besitzt. Vieles, was für mich selbstverständlich gewesen war, bekam plötzlich eine ganz neue Bedeutung.

Ich begann zu verstehen, dass echter Reichtum nicht unbedingt etwas mit Geld zu tun hat. Viele Dinge, denen wir im Alltag so viel Bedeutung geben, verloren für mich an Gewicht. Andere Dinge, die sich nicht kaufen lassen – Zeit, Begegnungen, Freundschaften und gemeinsame Erlebnisse – wurden dafür umso wertvoller.

Rückblickend waren es nicht die großen Sehenswürdigkeiten oder die spektakulärsten Safaris, die mich am meisten verändert haben. Es waren die vielen kleinen Begegnungen und Erfahrungen dazwischen. Genau sie haben aus einer Reise etwas gemacht, das mich bis heute begleitet.

Der Zeitpunkt schien gekommen zu sein, weiterzureisen

 

Nach einigen Monaten gingen meine Projekte in Sipi langsam zu Ende. Die Webseiten waren fertig, neue Fotos entstanden und auch meine Arbeit für die Lodges näherte sich ihrem Abschluss.

Eigentlich wollte ich zum Abschluss meiner Zeit in Uganda noch mehrere Nationalparks besuchen. Doch mein Visum lief bereits dem Ende entgegen. Deshalb fiel meine letzte Safari deutlich kürzer aus, als ich ursprünglich geplant hatte.

Giraffe in Murchison NP

Anschließend fuhr ich nach Kampala, um mein Visum ein letztes Mal verlängern zu lassen. Nach einigen Gesprächen erhielt ich tatsächlich noch einmal eine Verlängerung – allerdings nur unter der Bedingung, dass ich mein Auto verkaufe und Uganda anschließend verlasse. Weitere Verlängerungen würde es nicht mehr geben.

Für mich war das in Ordnung.

Eigentlich entsprach es sogar meinem ursprünglichen Plan. Ich wollte weiter nach Tansania reisen und hatte bereits interessante Möglichkeiten gefunden, dort neue Projekte kennenzulernen. Besonders Sansibar stand auf meiner Liste.

Deshalb verzichtete ich auf weitere Reisen innerhalb Ugandas und zog nach Entebbe, nicht weit vom Flughafen entfernt, um mich ganz auf den Verkauf meines Autos zu konzentrieren.

Der Zeitpunkt schien gekommen zu sein, weiterzureisen.

Doch wieder kam alles anders.

Giraffe in Pian Upe

Während ich mich in Entebbe um den Autoverkauf kümmerte, erhielt ich einen Anruf von einem Hotelbetreiber. Er erzählte mir von seiner neu entstehenden Lodge in Sipi. Die Bauarbeiten waren fast abgeschlossen und nun suchte er jemanden, der den Internetauftritt, die Fotos und das Marketing von Anfang an mit aufbauen konnte. Offenbar hatte man in Sipi bereits von meiner Arbeit gehört und mich deshalb empfohlen.

Ich zögerte zunächst. Eigentlich wollte ich Uganda verlassen.

Doch mir wurde zugesichert, dass man sich diesmal auch um die Visumsfrage kümmern würde. Dadurch hätte ich genügend Zeit, das Projekt in Ruhe abzuschließen, ohne ständig an die nächste Verlängerung denken zu müssen.

Also sagte ich zu und kehrte noch einmal nach Sipi zurück.

Baustelle bei Mise Cave Lodge

Als mein Visum später erneut auslief, fuhr ich für kurze Zeit nach Kenia und reiste anschließend wieder nach Uganda ein. Dadurch gewann ich etwas Zeit. Ich ging weiterhin davon aus, dass die versprochene Lösung für das Visum bald organisiert würde.

Doch dazu kam es nie.

Gleichzeitig gab es auf Curaçao einige dringende Dinge zu erledigen, die keinen weiteren Aufschub mehr zuließen. Aus meiner ursprünglich geplanten Weiterreise nach Tansania wurde deshalb zunächst nichts. Stattdessen entschied ich mich, meine Afrikareise vorerst ganz zu unterbrechen und nach Curaçao zurückzukehren.

Nicht, weil ich Afrika verlassen wollte.

Sondern weil ich wusste, dass ich die gesetzlichen Regelungen respektieren musste. Illegal in einem anderen Land zu leben, kam für mich nie infrage.

Bevor ich abreisen konnte, musste ich allerdings noch mein Auto verkaufen. Auch hier meinte es das Schicksal noch einmal gut mit mir. Mehrere Tourguides aus Sipi schlossen sich zusammen und kauften das Auto gemeinsam. Es war ein Freundschaftspreis, aber viel wichtiger war etwas anderes: Sie wollten unbedingt, dass das Auto in Sipi blieb. Einer von ihnen sagte zu mir, sie wollten etwas von mir behalten, wenn ich schon gehen musste.

Dadurch konnte ich das Auto sogar bis zu meinem letzten Tag in Uganda weiterfahren.

Als ich Uganda verließ, hatte ich das Gefühl, dass diese Geschichte eigentlich noch nicht zu Ende war.

Zu viele Orte hatte ich nicht mehr geschafft zu sehen.

Zu viele Pläne waren offen geblieben.

Und zu viele Begegnungen wirkten noch lange nach.

Damals dachte ich trotzdem, dieses Kapitel meines Lebens sei abgeschlossen.

Heute weiß ich, dass ich mich geirrt habe.

Meine letzten Bilder von Mount Elgon

Warum ich zurückkehren möchte

 

Nach meiner Rückkehr nach Curaçao ging mein Leben zunächst weiter. Neue Projekte kamen hinzu und mein Alltag veränderte sich wieder.

Doch die Verbindung zu Uganda blieb bestehen.

Durch meine Arbeit an den Webseiten blieb ich weiterhin regelmäßig mit Sam und anderen Tour Guides aus der Region in Kontakt. Insgesamt hatte ich auch für mehrere lokale Guides Webseiten erstellt, wodurch es immer wieder Gründe gab, miteinander zu sprechen – neue Fotos, kleine Änderungen oder einfach ein kurzes Update, was sich in Uganda gerade tat.

Aus einer Reise wurden langfristige Freundschaften.

Ich bekam mit, wie sich neue Projekte entwickelten, wie sich die Region veränderte und welche Ideen meine Freunde vor Ort hatten. Uganda war dadurch nie einfach nur eine Erinnerung, sondern blieb ein Teil meines Lebens.

Paul und Sam am Nil

Gleichzeitig ließ mich ein Gedanke nie ganz los.

Meine Reise durch Afrika war damals nicht so zu Ende gegangen, wie ich sie ursprünglich geplant hatte. Viele Orte hatte ich nicht mehr gesehen, einige Nationalparks standen noch immer auf meiner Liste und auch der Plan, Ostafrika weiter zu erkunden, war nie verschwunden.

Immer wieder dachte ich daran, eines Tages zurückzukehren.

Doch diesmal möchte ich die Reise anders erleben.

Chameleon auf einem Balken

Als ich 2021 nach Uganda aufbrach, kannte ich dort fast niemanden. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, und vieles entwickelte sich völlig anders als geplant.

Heute ist das anders.

Heute reise ich nicht mehr als jemand, der Uganda erst kennenlernen möchte. Ich kehre als Freund zurück.

Ich kenne die Menschen vor Ort. Ich weiß, welche Orte mich besonders beeindruckt haben, welche Regionen ich gerne noch entdecken möchte und welche Erfahrungen ich mit anderen teilen würde.

Genau daraus entstand schließlich eine neue Idee.

Pumbaa Warzenschweine im Queen Elizabeth National Park

Warum nicht gemeinsam mit einer kleinen Gruppe nach Uganda reisen?

Nicht als klassische Pauschalreise.

Nicht mit einem straffen Programm, bei dem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten abhakt.

Sondern als gemeinsame Reise durch ein Land, das mich selbst sehr geprägt hat.

Natürlich steht die Safari im Mittelpunkt. Uganda gehört für mich zu den beeindruckendsten Ländern Afrikas, wenn es um Natur und Tierwelt geht. Doch genauso wichtig sind für mich die Begegnungen mit den Menschen, die kleinen Momente abseits der Nationalparks und die Geschichten, die in keinem Reiseführer stehen.

Genau diese Mischung möchte ich weitergeben.

Ich sehe mich dabei nicht als klassischen Reiseveranstalter oder Reiseleiter.

Ich bin selbst Teil dieser Reise.

Ich möchte nach Uganda zurückkehren – und wenn andere Menschen Lust haben, diese Erfahrung gemeinsam mit mir zu machen, würde ich mich freuen, diesen Weg mit ihnen zu teilen.

Kinder verkaufen Obst

Vielleicht möchtest du mich begleiten?

 

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann kannst du vielleicht verstehen, warum Uganda für mich weit mehr geworden ist als nur ein weiteres Reiseziel.

Dieses Land hat mich sehr geprägt.

Nicht, weil dort alles perfekt ist. Sondern weil ich dort Menschen kennengelernt habe, die bis heute Teil meines Lebens sind und weil ich Erfahrungen gemacht habe, die meine Sicht auf viele Dinge verändert haben.

Genau deshalb möchte ich zurückkehren.

Nicht, um dieselbe Reise noch einmal zu erleben.

Sondern um das, was ich dort gefunden habe, mit anderen Menschen zu teilen.

Paul auf der Äquatorlinie

Ich weiß, dass viele Menschen gerne einmal nach Uganda reisen würden, sich den Schritt alleine aber nicht zutrauen. Nicht, weil Uganda gefährlich wäre, sondern weil sie sich in einem englischsprachigen Land unsicher fühlen oder die Reiseorganisation zu aufwendig erscheint.

Als Deutscher kenne ich viele dieser Fragen selbst. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen weitergeben und eine Reise anbieten, bei der man Uganda entspannt erleben kann – ohne sich ständig Gedanken über Sprache, Organisation oder die nächsten Schritte machen zu müssen.

Gleichzeitig möchte ich die Menschen unterstützen, mit denen ich bis heute eng verbunden bin. So profitieren am Ende alle Seiten: Die Reisenden erleben Uganda auf eine persönlichere Weise, und die Wertschöpfung bleibt möglichst dort, wo sie hingehört – bei den Menschen vor Ort.

Für die Reise gibt es bereits einen groben Routenplan. Die wichtigsten Stationen stehen fest. Einige Details möchte ich jedoch bewusst erst gemeinsam mit der zukünftigen Gruppe festlegen.

Mir ist wichtig, dass diese Reise nicht einfach nach einem starren Programm abläuft. Manche Programmpunkte – wie zum Beispiel das Gorilla-Trekking – werden deshalb voraussichtlich als optionale Erweiterung sein. So kann jeder selbst entscheiden, welche Erlebnisse ihm besonders wichtig sind und wir können die Reise gemeinsam sinnvoll gestalten.

In den kommenden Wochen werde ich die Route Schritt für Schritt weiter ausarbeiten und alle wichtigen Informationen zusammentragen.

Wenn dich diese Reise anspricht und du die Entwicklung von Anfang an begleiten möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, dich in meinen Newsletter einzutragen.

Dort werde ich nach und nach die geplante Route vorstellen, Einblicke in die Vorbereitung geben, die verschiedenen Optionen erklären und später natürlich auch alle Informationen zu Terminen, Kosten und der Buchung veröffentlichen.

Ganz ohne Verpflichtung.

Wenn du am Ende entscheidest, dass diese Reise nichts für dich ist, freue ich mich trotzdem, wenn du mich bis dahin begleitet hast.

Und vielleicht führt uns der Weg eines Tages tatsächlich gemeinsam nach Uganda.

Wasserfälle auf Mount Elgon

Für wen ist diese Reise gedacht?

 

Diese Reise ist keine klassische Rundreise, bei der möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit besucht werden.

Ich reise selbst gerne etwas langsamer.

Als Hobby-Fotograf nehme ich mir lieber Zeit für einen besonderen Moment, als von einem Ort zum nächsten zu hetzen. Lieber beobachte ich eine Elefantenherde noch eine halbe Stunde länger oder warte auf das richtige Licht, als möglichst viele Programmpunkte an einem Tag abzuhaken.

Für mich zählt auf Reisen – wie in vielen anderen Bereichen des Lebens – Qualität vor Quantität.

Genau so stelle ich mir auch diese Reise vor.

Hornbillpärchen auf einem Ast

Wir werden viel erleben, aber ohne unnötigen Zeitdruck. Es soll genügend Raum bleiben, um Eindrücke wirken zu lassen, Fotos zu machen oder einfach den Moment zu genießen.

Auch bei den Unterkünften habe ich mich bewusst für einen Mittelweg entschieden.

Wir werden weder in luxuriösen Fünf-Sterne-Hotels übernachten noch in einfachen Backpacker-Unterkünften. Stattdessen möchte ich Unterkünfte auswählen, die sauber, gemütlich und angenehm sind – Orte, an denen man sich nach einem erlebnisreichen Tag gut erholen kann.

Der Nil an den Murchison Wasserfällen

Diese Reise könnte gut zu dir passen, wenn …

    • du Uganda bewusst und ohne Hektik erleben möchtest.
    • du lieber in einer kleinen Gruppe unterwegs bist als mit einem großen Reisebus oder allein.
    • du gerne fotografierst oder einfach Freude daran hast, einen besonderen Moment länger zu genießen.
    • du offen für Begegnungen mit Menschen und anderen Kulturen bist.
    • du Wert auf Natur, Tierbeobachtungen und authentische Erlebnisse legst.
    • du Qualität wichtiger findest als möglichst viele Programmpunkte.

Diese Reise ist vermutlich eher nichts für dich, wenn …

    • du einen minutiös durchgetakteten Reiseplan erwartest.
    • du möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit abhaken möchtest.
    • für dich ausschließlich Luxusunterkünfte infrage kommen.
    • du keine Flexibilität mitbringst, wenn sich unterwegs einmal etwas anders entwickelt als geplant.

Hat dich meine Geschichte neugierig gemacht?

Dann begleite die weitere Planung der Reise. Im Newsletter teile ich neue Informationen zur Route, den Unterkünften und dem Reiseverlauf – ganz ohne Werbung und natürlich jederzeit abbestellbar.

Wenn dich meine Reisepläne ansprechen und du dir vorstellen kannst, selbst dabei zu sein, hast du über den Newsletter die Möglichkeit, dich unverbindlich in die Interessentenliste einzutragen.

Mir ist eine kleine Gruppe wichtig. Geplant sind maximal acht Teilnehmer. So bleibt genügend Zeit für gemeinsame Erlebnisse, individuelle Wünsche und die entspannte Art des Reisens, die ich mir für diese Reise wünsche.